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Wenn die Feedbacktechnik zum konstruktiven Streiten verwendet wird

Herausgegeben von in Führung ·
Tags: TeamKonfliktFeedbackStreittechnik
 
„Komm doch bitte mal vorbei, das Team streitet sich wieder einmal“ sagte der Abteilungsleiter. „Mach mal was zum Thema Teambildung!“.

 
Zuerst wollte ich aber mal wissen, was genau vorgefallen war. Das konnte mir der Leiter auch nicht so genau sagen. Da wären zwei Gruppen. Drei Personen stammten aus der Deutschschweiz, die drei anderen waren französischsprechend. Die Hauptsprache im Team war Hochdeutsch, was für beide Seiten eine Anstrengung bedeutete. Nun hatten sich zwei Gruppen gebildet, die sich gegenseitig das Leben schwer machten.

 
Die Gruppe sass nun im Kursraum und ich erklärte die Konfliktlösungstechnik, die ich kurz zuvor in einem interessanten Buch entdeckt hatte. Ich erklärte dies der Gruppe so:

 
1.       Sachlich: Der Fall wird so geschildert, dass beide zustimmen können: „Als ich telefoniert habe, hast du ebenfalls einen Kunden am Telefon beraten“.
 
2.       Mein Gefühl/Meine Ansicht: „Du hast sehr laut gesprochen, daher habe ich meinen Kunden nicht mehr gehört. Obwohl ich dir immer wieder Zeichen gemacht habe, hast du nicht reagiert. Das hat mich sauer gemacht.“
 
3.       Lösungsvorschlag: „Wir sollten ein Zeichen ausmachen, damit du weisst, dass es wieder zu laut ist. Dann kannst du dich anpassen“

 
Soweit ist es ein Feedbackgespräch. Der Clou ist nun, dass der andere Antworten kann und soll.
 

1.       „Ja, ich habe laut gesprochen, der Kunde hatte eine lausige Verbindung.“
 
2.       „Du hast die Hände in die Luft geschmissen und mir den Vogel gezeigt. Ich kann ja auch nichts dafür. Der Kunde ist nun mal sehr wichtig. Dieses Winken macht mich wütend, denn du hast doch gesehen, dass ich Probleme habe.“
 
3.       „Wieso nimmst du deinen Hörer nicht und gehst raus. Dein Gespräch war doch privat.“
 

Und nun darf der erste wieder antworten. So entstehen konstruktive Streitgespräche, das wusste ich. Aber was danach abging, war sehr interessant.
 

Zuerst behaupteten die Teammitglieder, dass es nie ein Problem gegeben hat. Plötzlich ist der Damm gebrochen. Die Lautstärke ging hoch und die Leute schrien sich gegenseitig an. Ich versuchte alles, damit die Leute bei den drei Stufen blieben, lies sie aber schreien. Fasziniert schaute ich dem zu, was ich da soeben ausgelöst hatte.
 

Nach über einer Stunde fanden die sechs heraus, dass sie sich immer wieder wegen Sprachproblemen missverstanden haben. Es wurde ausgemacht, dass ab sofort wirklich nur noch hochdeutsch gesprochen werden soll. Auch dann, wenn nur zwei zusammen was diskutierten. So fühlte sich niemand mehr ausgeschlossen und könnte sich jederzeit auch an dem Gespräch beteiligen.
 

Dazu wollten sie nun ein Freitags-Feierabend-Bier einführen, damit Themen der Woche nochmals besprochen werden konnten, bevor das Wochenende begann. Arm in Arm verliessen sie den Kursraum.
 

Erst nach und nach wurde mir klar, was da soeben passiert ist. Der Abteilungsleiter war zufrieden und ich…? Es dauerte noch ein paar Tage, bis ich alles richtig zuordnen konnte.
 

Ich mag diese Technik heute sehr. Ich verwende sie gerne immer mal wieder. Es wurde aber nie mehr so laut, aber das Ergebnis war bisher immer erstaunlich gut.




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