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Arbeitszeugnisse schreiben – Machen Sie es richtig! - Blog - CreaLengo GmbH - Bildung & Coaching

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Arbeitszeugnisse schreiben – Machen Sie es richtig!

Herausgegeben von in Führung ·
Tags: ArbeitszeugnisZeugnisArbeitsbestätigungKurs
Es ist einfach erschreckend. Jeden Monat begleite ich eine Klasse mit Stellenlosen. Jeden Monat lese ich ihre Zeugnisse durch und bin entsetzt. Dabei geht es nicht darum, schlechten Mitarbeitern gute Bewertungen zu geben, sondern nur ganz einfach dem schweizerischen Gesetz zu Arbeitszeugnissen zu entsprechen.

Im Obligationenrecht steht Folgendes:

Art. 330a  OR - Zeugnis
1 Der Arbeitnehmer kann jederzeit vom Arbeitgeber ein Zeugnis verlangen, das sich über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über seine Leistungen und sein Verhalten ausspricht.
2 Auf besonderes Verlangen des Arbeitnehmers hat sich das Zeugnis auf Angaben über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses zu beschränken.

Also nochmal ganz einfach
  1. Der Mitarbeiter entscheidet, ob er ein Zeugnis oder eine Arbeitsbestätigung will. Nicht der Chef!
  2. Der Mitarbeiter kann jederzeit ein Arbeitszeugnis verlangen. Also auch, wenn er nur temporär oder nur für ein paar Wochen angestellt ist. Auch ein Zwischenzeugnis darf er jederzeit verlangen.
  3. Das Zeugnis muss Auskunft geben über
    1. Dauer des Arbeitsverhältnis („von-bis“ bei Schlusszeugnissen oder „seit - in ungekündigten Verhältnis“ bei Zwischenzeugnissen)
    2. Art des Arbeitsverhältnis (also z.B. „Verkäufer“ und nicht nur „Mitarbeiter“)
    3. Leistung (was tut er und wie tut er es – Aufgaben genau und vollständig Auflisten. Also was er getan hat und nicht was im Stellenbeschrieb stand)
    4. Verhalten (das Weglassen von Verhalten ist unzulässig, auch bei schwierigen Mitarbeitern)

Natürlich ist es mir bewusst, dass Chefs nicht immer über das Wissen verfügen, gesetzeskonforme Zeugnisse zu schreiben. Die meisten haben es auch nie gelernt. Wie mir schon von Personaler erzählt worden ist, wissen sie es auch nicht immer. Chefs nehmen oft ihr eigenes Zeugnis und ändern dies entsprechend ab, oder suchen im Internet nach Zeugnistools oder Code-Listen. Zeugnisse dürfen in der Schweiz von Gesetz wegen nicht codiert werden. Hier ist schon das nächste Hindernis. Wie muss es also geschrieben werden?

Hier die Reihenfolge der Merkmale
  1. Das Arbeitszeugnis muss wahr sein (keine Gefälligkeiten)
  2. Es soll wohlwollend geschrieben sein (Stärken stehen im Vordergrund)
  3. Es muss vollständig sein (über die gesamte Zeit und mit Verhalten und Leistung)
  4. Es soll der Individualität des Arbeitnehmers entsprechen (keine Standartzeugnisse für alle)
  5. Es soll klar und verständlich sein (Zeugniscodes und versteckte Botschaften sind verboten, verwirrende Zeugnissprache darf nicht verwendet werden)

Sie sehen, Ehrlichkeit steht vor Wohlwollen. Und Wohlwollen bedeutet nicht „positiv“. Verwirrend nicht?

So kompliziert ist es aber auch wieder nicht. Lernen Sie daher, wie Sie richtig Arbeitszeugnisse schreiben können, und das nur in einem halben Tag. Hier lernen Sie selbstverständlich auch, wie man anspruchsvollen oder schwierigen Mitarbeitern ein faires Zeugnis erstellen kann.





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