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Der Sputnik-Schock – Wie wir das Lernen von den Russen lernten

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Herausgegeben von in einfach so ·
Tags: Lernenunterrichten
Eine russische Teilnehmerin in einem Führungsseminar kommt nach dem Kurstag zu mir und nimmt meine Rechte in beide Hände und schüttelt diese herzhaft. Sie strahlt mich an und sagte: „Vielen Dank! Ich hatte noch nie so einen interessanten Lehrgang. Sie unterrichten ganz anders als meine früheren Lehrer in Russland.“…

… Ich habe mich gewundert. Der Grund wieso wir heute offener unterrichten, wie noch vor 50 Jahren sind die Russen, oder vielmehr der „Sputnik-Schock“.

Die Amerikaner waren schockiert. Wieso um Himmels willen sind die Russen zuerst ins All gestartet? Die hatten doch weniger gute Ausbildungen. Auch hatten sie weniger Geld und konnten, wegen des Kalten Krieges, keine ausländischen Spezialisten engagieren. Die Technik wurde, in den Augen des Westens, von Klebeband und Spucke zusammengehalten. Trotzdem haben sie dieses Rennen ins All gewonnen.

Die Amerikaner schickten also nun die Spione los. Sie sollten herausfinden, wie das möglich war. Was sie sahen, hat sie allerdings erstaunt. Wenn die Russen ein scheinbar unlösbares Problem hatten, spielten sie mit den kleinen Kindern „Raumfahrt“ und erklären ihnen das Problem. Sie hörten aufmerksam zu, wenn die Kinder spielten. Sie diskutierten diese Brainstorm-Ideen mit Experten und fanden so manchmal neue Lösungen für Probleme.

Auch in den Psychiatrien fragten sie die eingebildeten „Raumfahrt-Experten“, ob sie Lösungen zu diesen Problemen haben. So lernten sie.

Der Westen hat diese Art zu lernen (Gruppenarbeiten, Brainstorming und Diskussionsrunden etc) in die Methodik aufgenommen. Sie sind heute ein wichtiger Teil davon. Auch änderte sich das Menschenbild vom Lernenden. Das Kredo lautet heute, wir lernen alle zusammen und jeder von jedem. Die Frontalschulungen sind weniger effizient. Das alles haben wir den Russen zu verdanken.

… Auch ich griff nun mit beiden Händen zu und schüttelte meinerseits die Hände der russischen Teilnehmerin. Als ich sagte „Nein, ich muss Ihnen danken!“ meinte ich es sehr ernst, sehr ernst. Vielen Dank an die Sputnik und die Russen!




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